Kenia und der afrikanische Tee
Wer einmal im Urlaubsland Kenia durch seine Hauptstadt Nairobi oder auch durch die Hafenstadt Mombasa gestreift ist, der weiß, dass es hier hervorragenden Tee aus heimischer Produktion zu kaufen gibt – ein beliebtes Mitbringsel. Das verwundert nicht, denn Kenia ist mit 330.000 t (zehn Prozent der Welternte) zusammen mit Sri Lanka der drittgrößte Teeproduzent der Welt. Seit Ende der 80er Jahre ist nicht mehr Kaffee, sondern Tee wichtigstes Ausfuhrprodukt. In nur zehn Jahren von 1994 bis 2004 hat sich die Menge des produzierten Tees fast verdoppelt.
Ein Großteil der Teeerzeugung wird von Kleinbauern produziert, die sich in Genossenschaften zusammengeschlossen haben. Klima und Landesnatur mit viel Hochland begünstigen den Teeanbau. Die Hafenstadt Mombasa hat z. B. eine Jahresdurchschnittstemperatur von 26 Grad Celsius, Nairobi auf 1800 m hingegen von nur 18 Grad. Der im Hochland – östlich und westlich des Great Rift Valley gelegen – produzierte Tee ist von hervorragender Qualität und ähnelt im Geschmack dem fruchtig-spritzigen Ceylon-Tee .
Kenia ist jedoch nicht das einzige Teeland Afrikas. Teeplantagen gibt es auch in Burundi, Kamerun (hier waren es ausnahmsweise Deutsche, die erstmals Tee in ihrer damaligen Kolonie pflanzten), Malawi (mit 40.000 t Jahresproduktion nach Kenia der wichtigste Produzent Afrikas), Mauritius, Mosambik, Ruanda, Tansania, Uganda, Zaire und Zimbabwe. Aus diesen Ländern kommt fast ausschließlich der CTC-Boken-Tee (CTC = crushing, tearing, curling). Ihn kaufen Großunternehmen in aller Welt für ihre Teemischungen.