Japan und die Kunst der Teezeremonie
Gartenpfad, Teeraum!
Der Gast und mit ihm sein Wirt
Gemeinsam beim Tee,
ihr Wirken ist Harmonie,
und nichts steht zwischen ihnen.
Dieses japanische Gedicht (Haiku) sagt viel aus über die Seele Nippons und über die klassische Teezeremonie, die bis zu vier Stunden dauern kann. Über die Trittsteine eines Gartenpfades wandelt man nach den Lehren des Teemeisters Shuko (1423 – 1502) und des Mönchs Rikyu (1522 – 1591) in den schlichten Teeraum. Hier zelebriert der Meister mit erlesenen Geräten die Zubereitung des Getränkes. Eine Teegesellschaft sollte in dem ca. fünf Quadratmeter großen Raum nicht mehr als fünf Personen umfassen. Die schmucklose Umgebung soll zur inneren Vollendung führen durch Ehrfurcht, Harmonie, Reinheit und Stille.
Tee wird nach der unterschiedlichen Art der Verarbeitung in drei Gruppen klassifiziert: Fermentierter Tee (schwarzer Tee), semi-fermentierter Tee (Oolong-Tee) und nicht fermentierter Tee (grüner Tee). Fast jeder Tee in Japan wird als grüner Tee hergestellt. Er wird in verschiedene Sorten je nach gebrauchten Blätterteilen und je nach einer der vier Erntezeiten aufgeteilt. Acht verschiedene Sorten gibt es. Matcha ist der Tee, der zur Teezeremonie verwendet wird. Er wird durch das Mahlen getrockneter, feiner Teeblätter der Sorte Tencha zu einem puderähnlichen Pulver hergestellt.
Japans Tee kam ursprünglich aus China. Heute werden auf rund 50.000 ha Teesträucher kultiviert. Mit rund 100.000 t Teeproduktion pro Jahr ist Japan der achtgrößte Teeproduzent weltweit. Da die Japaner auch zu den stärksten Konsumenten gehören, muss jedoch noch zusätzlich Tee eingeführt werden. Das wichtigste Anbaugebiet ist Shizuoka, malerisch am Fuße des Fujijama gelegen. Auch auf der Insel Kyushu im Bezirk Kagoshima, pflanzen die Japaner ihren dunkelgrünen hochqualitativen Tee.
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