Von China in die ganze Welt

Wie immer sind sich die Gelehrten nicht einig: Nach Meyers Lexikon von 1890 veröffentlichte „Bontekoe, Leibarzt des Kurfürsten von Brandenburg, eine Lobrede auf den Tee aus China. Er machte den Tee um 1657 zuerst in Deutschland bekannt.“ Im Brockhaus aus dem Jahr 2000 war es „der holländische Arzt C. Dekker, der Tee um 1657 in Brandenburg am Hofe des Großen Kurfürsten einführte.“ Einig ist man sich unter „Teehistorikern“ immerhin, dass China das Ursprungsland des Tees ist. Von hier aus fand der Tee seinen Weg in die ganze Welt.

In China war Tee schon lange vor der Zeitenwende bekannt, zuerst als Arznei, später auch als Genussmittel. Volksgetränk wurde er aber erst im Mittelalter. Araber brachten als Erste die Kenntnis vom Tee nach Europa. 1610 führten Holländer von chinesischen Kaufleuten getauschten Tee in ihrer Heimat ein. 1638 trugen russische Gesandte Tee als Geschenk für den Zaren auf dem Landwege über die Grenze. China und Tee – das gehörte bald zusammen. Als aber die Engländer Mitte des 19. Jahrhunderts begannen, Tee in Indien, Ceylon und Afrika anzubauen, verlor China seine Vormachtstellung auf dem Weltmarkt. Grüner Tee – in China noch immer ein Volksgetränk – verschwand bald aus den Teezirkeln Europas. Schwarzer Tee war und ist hierzulande angesagt.

China ist heute mit über 850.000 t der zweitgrößte Teeproduzent, von denen 300.000 t exportiert werden. Grüner Tee ist in China immer noch das Hauptprodukt, schwarzer Tee wird fast komplett exportiert. Er ist aromatisch und weich im Geschmack mit milder Würze und mit relativ wenig Gerbsäure. Wo wächst Chinas Tee vornehmlich? Er kommt aus der Mitte und dem Süden des Landes; die Teegärten im Süden liegen an den Nord- und Osthängen der Berge.